Samstag, 21. Mai 2011

Hosenbund für Hohlkreuz

Steht bei Euren Hosen auch immer der Bund oben am Rücken ab?

Ich hab mal versucht, den Bund hinten zu teilen und dort eine Naht zu machen, um dieses überflüssige Stück Bund weg zu bekommen, aber dann wird das oben irgendwie immer ein bißchen spitz. Natürlich kann man eine Schlaufe drübersetzen, aber inzwischen hab ich rausgefunden, wie man den Bund anlegen kann, ohne ihn hinten zu teilen.

Also Ihr legt die fertige Hose am oberen Rand auf ein Papier und fahrt den oberen Rand mit einem Stift nach, damit Ihr den Bogen habt. Natürlich ist es noch schlauer, wenn man direkt den Schnitt dazu benutzt. Aber bei mir war die Hose schon fertig, und ich mußte diesen anliegenden Bund irgendwie hinbekommen. Wie gesagt, macht es am besten gleich mit dem Schnitt, aber grundsätzlich ist es gleich.

Dadurch daß der Brund nicht ein gerades Stück ist, wird die Form der Hose nach oben weitergeführt, und der Bund sitzt trotz Hohlkreuz. Das Zuviel eines geraden Bundes wird durch die Biegung aufgefangen, als ob da lauter Abnäher drin wären.

Ihr seht auf dem Bild schon die beiden Papierstreifen, die ich anhand der Hose ausgeschnitten habe. Aufpassen: Ihr müßt den Untertritt mit einzeichnen, sonst reicht der Bund nicht aussen herum. Hab auf dem Bild extra Pfeile hingemacht, damit man sieht, was man nicht vergessen darf.

Auf dem folgenden Bild habe ich die Papierstreifen nachträglich aufgelegt, damit Ihr seht, wie man einzeichnet, der Bund ist das rechts auf rechts schon angeheftet.

Ihr könnt alle Bilder groß machen, wenn Ihr draufklickt.



 Ihr legt die Papier-Streifen zum Zuschneiden der Stoffteile am Stoffbruch an - die Streifen selbst sind jeweils nur die Hälfte von dem, was gebraucht wird, ähnlich wie bei einem Schnitt von einem Shirt, der nur eine Hälfte des Vorderteils darstellt, und man legt den dann auf den Stoff im Stoffbruch auf und schneidet alles zusammen aus.

So, also Ihr braucht beide Stoffstreifen einmal im Stoffbruch für den äußeren Bund und einmal für den inneren Bund. Der Bund ist ja doppelt. Für den äußeren Bund das mittlere Teil und die beiden Seitenteile an der Schmalseite zusammennähen. Sieht dann so aus, ich hab hier ein Bild von der inneren Bundseite, die sieht aber genauso aus wie die äußere, nur daß die Nahtzugabe umgebügelt ist, dazu später mehr.



Dann so ein Verstärkungsband aufbügeln, braucht man aber vielleicht bei Jeans auch nicht. Ich hab auch nicht genau geschaut, daß das nicht mit auf die Nahtzugabe gebügelt wird. Normal muß man ja aufpassen, damit die Nahtzugabe nicht auch steif wird. Aber mein Band ist nicht so steif, daher ist es nicht so schlimm. Ich habe Stücke abgeschnitten von dem Aufbügelband, damit ich die leicht gebogene Kurve hinbekomme. Wenn man das nur am Stück aufgelegt hätte, hätte das nicht funktioniert.

Dann diesen äußeren Bund rechts auf rechts auf den oberen Rand stecken und dann gleich feststeppen.

Falls Euch die Stickerei auf den Hosentaschen gefällt . . . . die könnt Ihr auch kaufen, schreibt einfach eine Mail. Die Datei kostet 4 Euro. Sie paßt in den 10 x 10er Rahmen.




Ihr müßt dann bei der zweiten Tasche in der Maschine spiegeln (hab ich vergessen, daher sind beide Stickereien in derselben Richtung, naja).


Nach dem Feststeppen den äußeren Bund bügeln, also erst einmal die genäht Naht, dann den Bund noch oben bügeln. Hier seht Ihr, was ich meine:



Dann die inneren Bundteile - die nicht verstärkt werden - auch zusammennähen - die Seitenteile an die Mitte dran.




Dann die untere Längskante des inneren Bundteiles nahtzugabenbreit umbügeln.




Dann den inneren Bund rechts auf rechts an die obere Kante des äußeren Bundes stecken. Die Kante nehmen, die NICHT umgebügelt ist, also die nach innen gewölbte, kürzere Kante. Ist eigentlich logisch, wenn Ihr das dort hinhaltet. Das kann man eigentlich gar nicht falsch machen. Ihr seht, daß die nicht umgebügelte Kante angenäht wird. Ich hab die obere Nahtzugabe breiter gemacht, also weiter links genäht, damit der Bund nicht zu breit wird. Das war ja alles ein Gemauschel. Wenn Ihr direkt am Schnitt die Bundteile zeichnet, geht das alles besser, und Ihr braucht diese Tricks nicht.



Hier seht Ihr, wie die Schmalseiten rechts auf rechts zusammengenäht sind. Aufpassen, daß man die zwischenliegende Hose nicht mit erwischt und annäht, sonst könnt Ihr das nicht wenden. Aber trotzdem ganz knapp vorbei nähen, damit es keinen Überstand gibt.


Dann wieder die Naht glatt bügeln und den inneren Bund nach innen umschlagen.  Vor dem Umwenden noch die Ecken schräg abschneiden, sonst gibt das dort Geknubbel. Hier die abgeschnittenen Ecken.




Außerdem die Naht in den Kurven leicht einschneiden, dann legt sich das besser.



So sieht das gewendet aus. Ihr seht jetzt auch, warum am inneren Bundteil vorher die Nahtzugabe schon umgebügelt wurde, das würde sonst nach Augenmaß nicht besonders toll werden, wenn man ständig den Falz festhalten und mit dem Stoff kämpfen muß.



Schön die Nahtzugaben zwischen die Bundteile legen und feststecken. Dann von außen einmal rund herum absteppen.

Beim Wenden und Dämpfen des Bundes hab ich geschaut, daß die Naht oben ein bißchen nach innen gezogen wird. Ähnlich wie bei den Taschen von Jeans vorn, da wird ja das Futter rechts auf rechts angenäht und die Naht leicht beim Bügeln nach innen gerollt.


Das sieht dann so aus. Hier sieht man, daß die Naht oben am Bund leicht innen ist.


Jetzt muß nur noch der Knopf rein bzw. das Loch und die Schlaufen. Dann ist die Hose fertig.

Die Schlaufen mache ich immer mit der Cover, da habe ich einen Gürtelschlaufen-Fuß, mit dem ich gleich ein ganzes Stück machen kann, das ich dann in die Länge der einzelnen Schlaufen schneide.

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