Mittwoch, 31. August 2011

Näh-Koffer

Man glaubt es nicht. Da hat doch gleich jemand mein Angebot, Taschen zu nähen, angenommen, nur ist es keine Tasche, die ich als Auftragsarbeit nähen sollte, sondern ein Nähkoffer.

Die Kundin hat mir ihre Stoffe geschickt, das Vlies haben wir von mir genommen, wegen des Volumens. Das hab ich dann mit berechnet.

Die Maße: Breite 30 cm, Höhe 23 cm, Tiefe 17 cm.

Hier die Entstehungsbilder:

Erst hab ich mal den Henkel gemacht. Der Name sollte auch drauf. Nun ja, digitalisieren kann ich ja, also hab ich den Namen schön groß auf den Henkel gebracht.



Dann das Futter mit Taschen versehen für die Näh-Utensilien, außerdem hab ich noch (rechts im nachfolgenden Bild) ein breiteres Gummi mit Stoff eingekleidet und auch in Stücke unterteilt. Zur Demonstration verschiedene Utensilien reingesteckt und dann erst einmal gefragt, ob das reicht. Nach dem OK ging es dann weiter.



Den Reißverschluß zwischen den Kofferrand und den Deckelrand genäht. Hier gleich mal die linke Seite, die Ihr oben - mit Utensilien geflüllt - seht.



Hier nochmal das Ganze von der rechten  - also der äußeren - Seite. Ein Super-Zeitungsstoff ist das, oder?


Dann das hintere Zwischenteil drangenäht - schön versäubert mit dem braunen Streifen. Dann das Ganze zum Ring schließen und wieder mit einem braunen Streifen versäubern.



Hier der "Ring" von der linken Seite. (Oben den Rand vom Kofferdeckel hab ich parallel zum Reißverschluß gequiltet).


Hier seht Ihr die Ansicht von oben, dann versteht Ihr das auch mit dem "Versäubern mit einem zweiten braunen Streifen", wie ich oben geschrieben habe. Ich hab alles schon auf links gewendet, weil jetzt die Deckelplatte rechts auf rechts in das Oval eingenäht wird.


Nachfolgend ein Bild von der Deckelplatte. Ich hatte extra ein Muster zum Quilten entworfen, weiß nicht, ob man es genau sieht. Das hab ich genau auf die Deckelgröße digitalisiert und dann den Deckel mit der Stickmaschine gequiltet, wie ein Stickmuster also mit Stickvlies und pipapo. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Eigentlich wollte ich nämlich den ganzen Koffer mit der Stickmaschine und verschiedenen Mustern, die ich extra auf Maß entworfen hatte, quilten.

Nur . . . .  das war alles zu dick. Die Stickmaschine übt ja keinen Druck aus, wie wenn man mit der Maschine Freihand-Quiltet, so daß die vielen dicken Stofflagen nicht zusammengedrückt werden, sondern es zieht sich immer wieder der Stickrahmen mit nach oben - das Grauen hatte einen Namen . . . . .

Mit Mühe und Not hab ich den Deckel fertig bekommen (Fadenrisse, neu angefangen, vernähen der ständigen Neuanfänge etc. etc.), ohne alles in die Ecke zu pfeffern. Den Rest vom Koffer hab ich freihand-gequiltet. So, jetzt schaut mal, ob Ihr das Muster auf dem Deckel sehen könnt. Wenn Ihr auf das Bild klickt, damit es größer wird, kann man es - glaub ich - sehen.


Bevor die Deckelplatte eingenäht wird, habe ich den Henkel richtig drangenäht, damit auch alles richtig klappt und nichts auf dem Kopf steht. Falls Ihr mal so was machen wollt, denkt daran, so ein Zeitungsstoff ist tückisch, da steht leicht mal was auf dem Kopf, was dann nicht mehr lesbar ist. Ist mir auch passiert bei dem kleinen Zwischenteil hinten und beinahe auch beim Ring vom Deckel, weil ich da falsch gedacht hatte. Hab es aber - zumindest bei dem Deckel-Ring - rechtzeitig gemerkt.

Am hinteren schmalen Teil war Fluchen angesagt und Trennen.
Hier also das Bild vom Deckel mit Henkel:



Und einmal von der Seite. Ihr seht, der Henkel ist schon recht gut mit Vlies und allem pipapo verstärkt, daß er schön steht.



Dann die Deckelplatte rechts auf rechts einnähen und danach mit Schrägband versäubern. Siehe folgendes Bild, hier ist das Schrägband mal an einer Seite rechts auf rechts angenäht, aber noch in voller breite nach unten geklappt.



Hier ist das Schrägband hochgeklappt


Dann umbiegen und mit der Hand (!!!! ich hasssssssseeeeeee das) annähen, damit es schön aussieht.



Dann wenden, und oben herum ist es fertig. Unten sieht man den unversäuberten Rand.



Hier ein Bild von hinten, da seht Ihr nochmal das schmale eingesetzte Stück, das den Reißverschluß versäubert, der kann ja nicht ganz herum gehen, sonst würde der Deckel ja abfallen bzw. total herunterhängen, wenn man den RV ganz öffnet.

Ein Blick von oben, Ihr seht, ich hatte den Deckel rechts auf rechts angenäht, so daß das Unversäuberte innen ist. Dadurch, daß ich die durch das Vlies relativ dicke und stabile Naht innen noch mit Schrägband versäubert (und dadurch verstärkt) habe, steht der Deckel schön und bildet das Oval aus.


Hier ein Blick bei offenem Reißverschluß in das Innere. Man sieht gut die Taschen für die Utensilien, und wie schön der Deckel aufgeht.



Hier seht Ihr nochmal den Deckel innen von der Nähe mit dem Schrägband, dessen zweite Naht mit der Hand unsichtbar angenäht wurde. Dieser Schrägband-Ring, in dem ja die Nahtzugaben inkl. Vlies laufen, gibt viel Halt.



Dann nochmal so ein Oval wie für die Deckelplatte für den Boden machen. Ich hab das ich schrägen Linien maschinengequiltet. Dann links auf links eingenäht, so daß die Naht am Boden nach außen geht. Wieder mit Schrägband versäubert und wieder mit der Hand (!!!!!!!!!!! fluch, heul) angenäht. So sieht das Ergebnis dann aus. Diesmal sieht man das Schrägband also außen als braunen Rand.

Der Reißverschluß hat übrigens zwei Zipper, so daß man nach rechts und links öffnen kann oder beide auf eine oder die andere Seite ziehen.



Und von der Seite das fertige Stück

Kommentare:

Gabi hat gesagt…

Der Koffer ist Dir super gelungen! *Daumenhoch*.
Da bin ich mal gespannt, was als nächstes kommt. Deine Kundin hat sich bestimmt sehr darüber gefreut.
Liebe Grüße
Gabi

Bente-I like to QuiltBlog hat gesagt…

Sehr, sehr schön geworden!!!
Super, dass dein Nähservice so gut angelaufen ist, das freut mich ☺
Liebe Grüße
Bente

Monika hat gesagt…

Ja, mich freut das auch mit dem Nähservice. Immer nur Digitalisieren ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Das mit dem Digitalisieren läuft ja schon nicht schlecht.

Und jaaa, die Kundin hat sich super gefreut. Sie ist auch eine ganz Liebe.

Gruß Moni

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