Sonntag, 26. August 2012

Hilfe, wenn Hunde sich wund schlecken

Ich bin von den Hobbyschneidern angeschrieben worden, weil ich eine Hundehose in meiner Galerie habe und bin nach Möglichkeiten gefragt worden, wie man einen Hund, der ständig irgendwo schleckt, davon abhalten kann.

Da dachte ich mir, ich setze das Ganze auch in meinen Blog, weil es einige Hundebesitzer gibt, die meinen Blog verfolgen.

Gut, fangen wir mal an:
Wichtig ist auf jeden Fall, dort, wo der Hund schleckt, die Haare ganz kurz zu schneiden. meist schlecken die Hunde, weil es juckt, weil die Haare so warm sind, vor allem im Sommer. Ich habe dann immer Silberpuder von Fissan drauf gemacht, falls es schon wund geschleckt war, oder Tyrosur-Puder, da ist ein Antibiotikum drin (evtl. muß man vorsichtig mit Tyrosur sein, falls der Hund irgendwie allergisch ist, meine drei Hunde haben es sehr gut vertragen). Dann gibt es keine Infektion, und es heilte es besser. Wichtig ist auf jeden Fall, daß Luft dran kommt.

Am besten immer GLEICH, wenn man bemerkt, daß der Hund schleckt, Gegenmaßnahmen (siehe Folgebilder) ergreifen, bevor er wund ist. Oft schlecken Hunde auch aus Langeweile, und da kann man dann mit solchen Sachen, wie ich sie im Folgenden zeige, gut Maßnahmen ergreifen. Wenn der Hund wund geschleckt ist, riecht er nämlich auch das Blut, und schleckt erst recht daran.

Wenn man dann, wie auf den Folgebildern ersichtlich, verhindert, daß er direkt auf der Wunde schlecken kann, heilt es besser. Natürlich kann es sein, daß der Hund trotzdem AUF DEM STOFF schleckt, aber das macht nichts. Selbst wenn der Stoff naß ist, kommt er dann nicht direkt mit seiner Zunge (BAKTERIEN) dran.

Natürlich müßt Ihr, wenn die Hose oder der Socken, wie ich es später zeige, naß  ist, diese Teile wechseln. Es ist also immer besser, man hat mehrere und kann immer ein nasses zum Trocknen aufhängen.

Jetzt habe ich lange genug geschwafelt, Bilder sagen mehr als Worte, aber es ist schon wichtig, daß Ihr alles schön durchlest.

Auf dem kommenden Bild seht Ihr meinen Collie liegend mit einem Shirt mit angenähtem Socken, unten Bändel, das am Socken festgenäht ist und um das Bein gewickelt ist. Diese Variante kann man benutzen, wenn der Hund am Bein schleckt, nicht am Fuß. Das Bändel ist praktisch an dem langen Fußstück direkt unter dieser DAUMEN-Zehe fest gemacht, um den Fuß gewickelt - NICHT ZU FEST - und mit einer Schleife verbunden. Dann kann es nicht nach oben rutschen.

Mein Hund hatte immer am Bein, direkt über dem Fuß geschleckt. Das konnte man so unterbinden bzw. das Wundwerden, weil er ja dann nur auf dem Stoff schleckt.

Auf dem Bild hat er nicht mal sein Geschirr an, das Shirt ist trotzdem nicht verrutscht. Wer sicher gehen will, zieht IMMER das Hundegeschirr drüber. Da kann man Shirts oder was der Hund sonst angezogen hat, auch immer gut noch mit Wollfäden befestigen, die man durch das Shirt zieht und am Geschirr verknotet. Geht super.

Wenn Ihr auf die Bilder klickt, werden sie größer.

Jetzt kommen ein paar Bilder zu dem Shirt mit Socken auf dem obigen Bild als nähere Erklärung:

Wenn Ihr auf die Bilder klickt, werden sie größer, und Ihr konnt das, was ich dort als Erklärung drauf geschrieben habe, gut lesen.






Jetzt ein paar Bilder von Hundehosen mit Erklärungen, am besten auf die Bilder klicken, damit Ihr die Erklräungen dort auch gut lesen könnt.

Bei den folgenden Hosen gibt es immer oben am Rand angenähte Bändel, mit denen man die Hose am Geschirr befestigen kann.



Die folgende Hose hat statt der Bändel Klettverschlüsse, d.h. oben am Hosenrand sind Bänder angenäht, die an der Hose den einen Teil vom Klettverschluß haben und am Bandende den anderen Teil. Dann wird das Band unter dem Geschirr durchgesteckt,herumgeführt und wieder oben an der Hose befestigt. So entsteht eine Schlaufe, und die Hose ist fest.

Ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß das mit den Bändel wie bei den Hosen oben, besser funktioniert, weil man da besser regulierten kann, damit nichts rutscht. Bei den Klettbändern muß man halt notfalls das gesamte Band auf der Hälfte abschneiden und nochmal kürzer zusammennähen oder gar verlängern.



Das auf dem nachfolgenden Bild ist immer noch die gleiche Hose, nur am anderen Hund. am besten IMMER DEHNFÄHIGES MATERIAL BENUTZEN. Dann ist es auch nicht so schwierig mit der Schnitt-Erstellung, und auch bequemer für den Hund.


Jetzt kommt eine Hose, aus einem Bett-Tuch genäht, auch nach dem selbst erstellten Schnitt, alle Hosen haben am Rücken einen Reißverschluß, das geht ganz leicht, man näht rechts auf rechts das eine Seitenteil auf den RV, dann umklappen und nochmal absteppen, dann das zweite Seitenteil auch. So kann man die Hose dem Hund leichter anziehen. Muß aber nicht unbedingt sein. Ich finde es aber sogar leichter zu nähen.



Und hier gleich noch einBild von einem Shirt, das am Rücken zu Schließen ist,da hätte ich aber besser auch einen RV rein gemacht, ich hab das dem Hund dann immer so über den Kopf gezogen, denn mit dieser miederartigen Schnürung wird man wahnsinnig. Ihr seht aber auch da (der Hund hatte eine Verletzung mit Verband vom Arzt) wie ich einen Socken über den Ärmel vom Shirt gezogen habe.

Dieser Socken ist nicht angenäht. Sonst hätte ich immer das Shirt mit ausziehen müssen, wenn ich an den Fuß will, um ihn einzureiben und zu verbinden.

Der Socken war wichtig, weil der Hund sonst immer an dem Verband herum gemacht hat. Das ist also eine Variante, wenn man wirklich eine Verletzung hat, der Hund verbunden ist und den Verband nicht in Ruhe läßt. Der Socken ist wieder mit Wollfäden am Shirt fest gemacht. D.h. Socken schön über den Fuß ziehen, den Ärmel vom Shirt darunter stecken, daß der Socken gut weit drüber ist. Dann mit einer Stopfnadel Wollfäden durch Socken und Shirt ziehen und verknoten.

Die Wollfäden kann man dann ganz leicht wieder aufschneiden, wenn man den Socken ausziehen muß.


Hier kommt noch ein Bild, auf dem Ihr seht, daß man nicht unbedingt ein Shirt anziehen muß, wenn der Hund am Fuß schleckt. Man kann auch einen Tennissocken präparieren, das kann sogar jemand,der nicht nähen kann.




Wie erstellt man jetzt einen Schnitt für eine Hundehose??

Grundsätzlich gibt es im Internet einen Haufen Anleitungen dafür, auch wie die Schnitte auszusehen haben. Meßt Euren Hund anhand einer dieser Anleitungen, und erstellt einen ungefähren Schnitt, lieber zu groß, auf  einer Malerfolie, die ist schön weich, so daß man sie schon fast wie Stoff behandeln kann.

Am besten jeweils nur die Hälfte (ist meist auch so angegeben) des Schnitt-Teils erstellen. Z.B. beim Rücken, da erstellt Ihr ein halbes Schnitt-Teil und haltet die obere Linie an der Wirbelsäule des Hundes fest. Der Hund sollte natürlich hierbei stehen. Am besten ist man auch zu zweit.

Also einer hält oben den Schnitt fest, der andere schaut, ob das Beinloch paßt. Der Oberschenkel sollte gut ausgeschnitten sein (wie beim Menschen beim eingesetzten Ärmel). Dann geht das obere Schnitt-Teil an der Seite vom Hund Richtung Bauch bis auf Knie-Höhe und läuft dann parallel zum Boden.

Das untere Schnitt-Teil läuft bis zur Mitte des Bauches, also parallel zur Wirbelsäule, nur unten am Bauch. Es kommt dann an der Seite eine Einbuchtung für die untere Beinkugel-Hälfte, danach geht es noch ein Stückchen hoch zwischen den Beinen, aber nicht weit. Das seht Ihr auch auf meinen Bildern.

Der Haupt-Teil zwischen den Beinen kommt von oben. Am Oberteil wird auch am halben Schnitt-Teil das halbe Loch für den Schwanz mal angedeutet. Noch nicht ganz viel ausschneiden. Meist paßt das dann nicht, wenn der Hund die Hose an hat. Oft muß man vergrößern oder versetzen oder so. Das kann man nachträglich machen und dann versäubern. Bei Shirt-Stoffen muß man ja nícht mal versäubern.

Wichtig ist also, gleich den Schnitt aus Malerfolie möglichst gut anzupassen. Weil ich sowieso jeweils eine Hälfte nur gemacht habe, habe ich auch nicht im Stoffbruch beim Oberteil zugeschnitten, sondern - wie beschrieben - einen Reißverschluß angenäht, der die beiden Hälften verbindet. Habe so auch diese weisse Hose aus Bettlaken für eine OP genäht, da war der RV sogar teilbar, damit man die Hose sozusagen um den Hund herum anziehen kann und er sich kaum bewegen muß.

Dann näht mal eine Hose aus dehnbaren Stoffen nach Eurem Schnitt. DAS WIRD SICHERLICH HINTEN UND VORN NICHT PASSEN; NICHT VERZWEIFELN,.

Erst einmal die Hose links herum drehen und anziehen. Dann dort, wo es nicht sitzt und zu weit ist, abstecken, dann schauen, wieviel das ist, und am besten gleich am Schnitt ändern. Dann auch am Stoff ändern, evtl. abschneiden, versäubern. Dann wieder anziehen, bis die Hose gut paßt. Bei dehnbaren Stoffen geht das wirklich sehr gut. Es muß ja nicht schön sein, sondern zweckmäßig.

Wenn Ihr die Änderungen am Schnitt alle ungefähr auch durchführt, könnt Ihr dann gleich die nächste Hose nähen, die sicherlich sehr viel besser paßt. Ihr braucht ja sowieso mehrere zum Wechseln. Wenn es dann noch kleine Änderungen an der zweiten Hose gibt, diese auch im Schnitt nachvollziehen.

So bekommt Ihr nach und nach einen super Schnitt, der optimal paßt. Der paßt dann auch jedem anderen Hund in ungefähr der Größe, seht Ihr ja bei meinen beiden Hunden.

Wenn der Schnitt dann optimal ist, könnt Ihr Ratz-Fatz neue Hosen nähen, denn das Nähen geht super schnell.

Ach ja, die Beine:
Da müßt Ihr einfach mal ungefähr experimentieren und auf Verdacht ein Bein mit Oberarm-Kugel zuschneiden, bei den Anleitungen im Netz steht da auch dabei, wie man es machen soll. Ich habe das einfach auf Verdacht gemacht. Wichtig ist, daß die Kugel in das Loch paßt, ungefähr nur. Lieber etwas zu groß, denn Ihr könnt ja jederzeit die Kugel innen überstehen lassen, das dann aber gleich am Schnitt vermerken. Das ist ja kein Maßanzug, das muß Euch immer klar sein.

Es soll zweckmäßig sein, nicht schön.

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt mir eine kurze Mail. Freue mich immer, wenn ich bei Tieren helfen kann.

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